Saatmais

ein Maisfeld und weit hinten ein Wald und einige Häuser und am Horizont blauer Himmel
ein Weidenkorb voll mit Maiskolben wird von einem Alwera-Mitarbeiter in der Hand gehalten

Vertragsanbau

Die Saatmais-Vermehrung im Vertragsanbau richtet sich an landwirtschaftliche Betriebe in der Steiermark, die über geeignete Flächen verfügen und eine vertraglich abgesicherte Spezialkultur anbauen möchten. Die Alwera AG begleitet die Saatmaisvermehrung vom Anbau bis zur Ernte und bietet fachkundige Betreuung.

 

Vorteile

Abnahmegarantie der gesamten Ernte
Intensive Betreuung von der Flächenauswahl bis zur Ernte
Komplette Dienstleistung ab feldfallender Ware
Fachliche Begleitung während des gesamten Anbaujahres
Reihen junger Maispflanzen wachsen auf einem Acker; die Pflanzen stehen in gleichmäßigen Abständen in trockenem Boden, im Hintergrund sind dichtere Maisreihen sichtbar.

Das Anbaujahr

Saatmais ist heute nahezu ausschließlich Hybridsaatgut. Dabei werden zwei (oder mehrere) Maisinzuchtlinien gezielt miteinander verkreuzt, um Sorten mit einheitlichen Eigenschaften und hoher Leistungsfähigkeit zu erzeugen.

 

Diese Hybridsorten sind nicht nachbaufähig, da sich die gewünschten Eigenschaften im Folgejahr aufspalten würden. Für jedes Anbaujahr wird daher neues Saatgut eingesetzt. Wie bei den Vorstufenvermehrungen des sogenannten Basissaatguts ist auch im Anbaujahr der Vermehrung von zertifiziertem Saatgut (Kreuzungsjahr) die Einhaltung der Isolationsabstände entscheidend, da Mais ein Windbestäuber ist und Fremdbestäubung die Sortenreinheit gefährden würde.

 

Vertrag & Einstieg

Landwirte, die als vertraglich abgesicherte Saatmais-Vermehrer für Alwera tätig werden möchten, erhalten alle Informationen zu Preislage, Sorten und Anbaubedingungen im persönlichen Gespräch.

 

Anbau

In der Saatmaisvermehrung wird streng zwischen männlicher und weiblicher Komponente (Linie) unterschieden. Diese werden getrennt geliefert und exakt nach Vorgabe ausgesät.

  • Blockanlage mit meist 4 weiblichen Reihen

  • Reihenabstand im Block: 75 cm

  • Abstand zwischen den Blöcken: ca. 200 cm

  • In diese Abstände werden 2–3 männliche Reihen (je nach Sorte) eingesät

ein Traktor auf einem Acker beim Anbau von Saatmais

Pflanzenschutz

Saatmais stellt hohe Anforderungen an die Bestandsführung. Neben Herbiziden kommen – je nach Bedarf – auch Fungizide und Insektizide zum Einsatz.
Behandlungen erfolgen mit Spezial- oder Stelzentraktoren, auch Blattdüngungen sind möglich.

Bewässerung

Saatmais reagiert sehr empfindlich auf Trockenstress.

  • In der Region Radkersburg sind die meisten Vermehrungsflächen bewässerbar, womit die Bewässerung ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist.

  • In der Region Weiz besteht meist keine Bewässerungsmöglichkeit, was durch günstigere Niederschläge und schwerere Böden bislang gut kompensiert werden konnte.

Entfahnung

Mais ist einhäusig getrenntgeschlechtlich. In der Hybridvermehrung werden die männlichen Blütenstände (Fahnen) in den weiblichen Reihen entfernt, um eine Selbstbestäubung zu verhindern. Die Bestäubung erfolgt ausschließlich über die männlichen Reihen.

Die Entfahnung erfolgt:

  • händisch (sehr arbeitsintensiv, hohe Schlagkraft erforderlich)

  • oder maschinell (zunehmend verbreitet) mit Hilfe von Stelzentraktoren

Nachkontrollen werden in beiden Fällen per Hand durchgeführt. Während der gesamten Entfahnungsphase kontrollieren Saatguttechniker von Alwera laufend die Bestände und führen die Saatgutfeldanerkennung durch.

Nach Abschluss der Blüte werden die männlichen Reihen entfernt, um Nährstoffe und Licht den weiblichen Reihen für eine gute Entwicklung zur Verfügung zu stellen und Kolbenvermischungen bei der Ernte zu vermeiden.

Fotos Entfahnung: © RWA

Landwirtschaftliche Maschine fährt durch ein dichtes grünes Maisfeld und führt Arbeiten im Pflanzenbestand durch, im Hintergrund Bäume und bewölkter Himmel.
Naher Blick auf einen sich entwickelnden Maiskolben mit Blattscheiden an einer grünen Maispflanze.
Maschinelle Feldpflege im Maisbestand: rotierende Werkzeuge entfernen Seitentriebe und Pflanzenreste zwischen den Reihen.

Ernte

Saatmais wird am Kolben geerntet, um eine besonders schonende Behandlung des Saatgutes zu gewährleisten.

  • Erntezeitraum: Anfang September bis Ende Oktober

  • Organisation und Durchführung durch Alwera

  • Einsatz von 4-reihigen Maispflückern

Die Kolben werden direkt zu den Trocknungsanlagen in Donnersdorf oder Wollsdorf transportiert.

Trocknung & Aufbereitung

  • Entlieschen der Kolben (Entfernung der Blätter)

  • Trocknung am Kolben bei max. 40 °C Zulufttemperatur

  • Zielrestfeuchte: 12,5 – 13 %

  • Anschließendes Rebeln (Trennung von Korn und Spindel)

Die beim Rebeln anfallenden Maisspindeln werden als Heizmaterial genutzt – die Saatmaisvermehrung ist damit energetisch autark. Nach der ersten Reinigung wird das Saatgut zur weiteren Aufbereitung in die Saatgutstation der RWA Lannach oder zu den Züchtern (Auftraggebern) transportiert.

Dort erfolgen:

  • Laborprüfungen (z. B. Keimfähigkeit)

  • Feinaufbereitung und Kalibrierung

  • Beizung, Absackung und Verladung

Dicht gewachsener Saatmaisbestand mit hohen grünen Maispflanzen auf einem landwirtschaftlichen Feld unter blauem Himmel.
Erntemaschine bei der Saatmaisernte fährt durch ein Feld mit vertrockneten Pflanzen; die Fahrerkabine ist frontal sichtbar, die Bohnenpflanzen stehen dicht im Vordergrund.
zwei Mähdrescher bei der Ernte von Saatmais

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